Die am Schwert emporsteigenden Schlangen repräsentieren die zwei Polaritäten Shakti und Bhakti, die während ihres Aufstiegs miteinander in Harmonie treten. Das Doppelschwert steht für die sich manifestierende Kraft des Schöpfers. Das Wort Guna ist ein sehr allgemeines Wort, das die besonderen Qualitäten /Zustände/ Wesenszüge von etwas beschreibt. Im Zusammenhang mit Yoga, bezieht sich Guna auf die drei grundlegenden Zustände der menschlichen Existenz. Körper – Geist - Seele 1. KÖRPER = Rajasisch. Das ist die Primärenergie des Menschen, es ist unsere Kraft auf der physischen Ebene. Der Meister des Körperlichen ist der Krieger. Er erlangt seine Kraft durch Shakti Yoga. Die Prüfung, vor die uns Raj Guna stellt, ist die Meisterschaft über Zeit und Raum. 2. GEIST = Tamasisch. Das beschreibt die mentale Ebene der Existenz, und wie wir unsere Kraft im Griff haben oder nicht. Der Meister von Tamo Guna ist Raj Yoga. Die Prüfung, um die es bei Tamo Guna geht, ist die Herstellung des Gleichgewichts zwischen Kontrolle und Chaos. 3. SEELE = Satvisch. Hierbei handelt es sich um das leichte / lichte Element des Menschen, unsere spirituelle Natur. Der Meister des Spirituellen ist der Heilige / Yogi. Seine Kraft erwächst ihm aus Bhakti Yoga. Die Prüfung bei Sat Guna ist Anhaftung. Die letzte Anhaftung, mit der wir brechen müssen, ist die Anhaftung ans Licht. Tri Guna Yoga beruht auf der synergetischen Beziehung der drei Gunas untereinander. Dies ist auch als Kriya- oder Synergie-Prinzip bekannt. ” Die Gesamtheit des Ganzen ist größer als die Summe seiner Einzelteile." Kriya / Synergie kann die Wirkung des Ganzen um einen Faktor zwischen 10 und 100% erhöhen. Kriya / Synergie ist eine fusionsartige Reaktion von Energien, was bedeutet, dass dem eine unendliche Quelle zugrunde liegt. Der Kriya Effekt von Tri Guna Yoga wird durch die regelmäßige und energetische Ausübung der Künste der Polaritäten Shakti Yoga & Bhakti Yoga erzielt. Da beide Energien ansteigen, gehen sie eine tiefe synergetische Beziehung ein, die es jeder von beiden erlaubt, sich exponentiell stärker zu erhöhen als wenn nur eine der Künste praktiziert würde. Der Moment der Verschmelzung / Fusion ereignet sich dann, wenn beide Energien ein bedeutendes Niveau erreicht haben und automatisch in Harmonie treten. Dies neutralisiert sie und erzeugt die Adi Shakti, die den höchsten Zustand der menschlichen Vollkommenheit darstellt: Shiva. Das ist der energetische Zustand, in dem der Mensch gottähnliche Wesenszüge annimmt: Ardhanraewshara. Patanjali beschreibt diese Theorie im letzten Sutra des Yoga Dharsana: „Emanzipation (kaivalya) ist dann erreicht, wenn die Gunas keine Auswirkung mehr auf das Bewusstsein haben, die Polaritäten sind vereint. Mit der vollständigen Vereinigung erfüllen die Gunas ihren ursprünglichen Zweck und verschmelzen wieder mit dem großen Ganzen. Wenn die Störung durch die Gunas wegfällt, können unsere wahre Natur und die Identität des Selbst verwirklicht werden. Das ist der Zustand des vollkommenen Gleichgewichts und des ungestörten Friedens, bekannt als Nirvana.“ |
Tri Guna Yoga • Ustad Nanak Dev Singh Khalsa •
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